Wichtiger Bestandteil der mallorquinischen Kultur ist natürlich die Folklore, wie sie in Gesängen, Trachten und Volkstanz zum Ausdruck kommt.
Auf zahlreichen weltlichen und mehr noch kirchlichen Festtagen bekommt man regional unterschiedliche Kostüme und Tänze zu sehen
und fröhliche wie schwermütige Lieder auf mallorquin zu hören.
Wer so etwas mag, kann durchaus seine Freude daran haben, zumal in einem pittoresken ländlichen Umfeld.
Den verwöhnten Fernsehkonsumenten unserer Tage werden jedoch die echten folkloristischen Darbietungen, etwa am Rande einer dörflichen Veranstaltung, oft enttäuschen.
Meistens mehr oder minder verfälscht, d.h. mit allerlei nicht eben hervorstechend mallorquinischen Elementen angereichert und damit gezielt gefälliger für Auge und Ohr gemacht, sind die kommerziellen Folklorevorführungen für Touristen nach dem Mittagessen auf Busausflügen, während Barbacoa-Abenden und an typischen Brennpunkten des Tourismus wie »La Granja« bei Esporles und im »Palacio del Rey Sancho« in
Valldemossa.
Eine hohe Erwartungshaltung sollte man auch bei derartigen Folklore-Shows nicht mitbringen.
Es muß hinzugefügt werden, daß viele der Gruppen, die einerseits das Geschäft mit der touristisch eingefärbten Folklore betreiben, sich auf der anderen Seite der Pflege überlieferter Formen von Liedgut und Tanz widmen.